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Tot in der Bank

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung:


Kommissar Paul und seine Kollegin Billi werden zu einer Bank gerufen.

Ein Mitarbeiter der Bank, der nebenbei einen Waffenhandel betreibt,

hat sich mit einem Jagdgewehr im Beisein seiner Kollegen in der Bank

erschossen. Paul und Billi legen finstere Machtspiele, bis in die Spitzen

der Stadtverwaltung, offen ...

 

 

Leseprobe:

 

Gegen Mittag hatten meine Kollegin Billi und ich uns gewohnheitsmäßig aufgemacht, eine Stadtrunde zu laufen, um den Kopf frei zu bekommen. Auf dem Rückweg begegnete uns in der Heerstraße ein junges Mädchen, das uns beiden sofort ins Auge stach. Sie war verdammt gut entwickelt. Billi grinste mich frech an und meinte: „Bei der würdest du wohl gerne gegen alle Vorschriften verstoßen und eine Leibesvisitation durchführen?!“

Im selben Moment raste in hoher Geschwindigkeit ein Motorrad an uns vorbei. Ich drehte mich um, damit ich das Kennzeichen ablesen könnte, achtete dabei aber nicht auf den schmaler werdenden Bürgersteig, der an dieser Stelle einer Parkbucht wich. Ich trat daneben und stürzte zwischen Bürgersteig und einem davor stehenden Mercedes zu Boden. Als die mit zwei Personen besetzte Maschine direkt an uns vorbei raste, feuerte die hintere der beiden Gestalten eine Salve mit einer Maschinenpistole auf uns ab. Dabei hatte ich Glück und nur einen Steckschuss am linken Arm abbekommen. Die junge Frau war im Kugelhagel mehrfach getroffen worden. Einige Kugeln hatten sie im Brustbereich und zwei am Kopf erwischt. Ich hörte nur ein kurzes Stöhnen, dann sackte sie in sich zusammen und schlug hart mit dem Kopf aufs Pflaster. Sie rührte sich nicht mehr. Das, ihr aus der Halsschlagader spritzende, Blut bildete eine große Lache und floss über den Bordstein in die Abflussrinne.

Die Angestellten einer anliegenden Versicherungsagentur kamen, wohl durch die Schüsse aufgeschreckt und aufmerksam geworden, heraus und gafften mit weit aufgerissen Augen auf die junge Frau und die vielen Blutspritzer, die auch auf der Wand der Agentur gelandet waren. Ich nahm das Mädchen in die Arme und sie sah mich mit weit aufgerissenen Augen, so erschien es mir, fragend an. Dann wurde mir schlecht, und ich kippte um.

 

Bald danach war Alex mit seinen Kollegen und dem Notarzt eingetroffen, der mich für einen kurzen Moment in diese Welt zurückholte und mir den Arm verband.

Nach Aussagen des Notarztes war das Mädchen wohl auf der Stelle tot. Mein Blick war auf die junge Frau gerichtet.

Gerhard, unser Doktor, hatte aus der Handtasche des Mädchens ihren Ausweis und eine Ansteckkarte gefischt.

„Der Ausweis ist ausgestellt auf: Schwester ´Luisa Maria von und zu Garowsky´. Sie arbeitete im Klinikum der Stadt“, sagte er kurz zu den Kollegen.

Als der Deckel über dem Transportsarg geschlossen wurde, sackte ich wieder zusammen.

 

Da ich zur Nachversorgung meiner Wunde vorsichtshalber ins Klinikum musste, sprachen Billi, die mich begleitete und ich den dort behandelnden Arzt nach einer ´Schwester Luisa´ an. Er war sprachlich jedoch nicht so gewandt und verwies uns an eine Krankenschwester. Diese kannte Luisa auch nicht und bat uns, die Ausbildungsschwester zu befragen, die sicher alle ihre Zöglinge kennen würde. Die Ausbildungsschwester konnte, wegen einer gerade stattfindenden Prüfungsarbeit, den Raum nicht verlassen und wir mussten einige Zeit warten. Endlich ging die Tür auf und ein Geschnatter und Gegacker umgab uns. Neugierige Blicke waren auf uns gerichtet, als wir an der Tür auf die Prüfungsaufsicht warteten. Wir hielten unsere Dienstausweise hin und Billi sagte sofort: „Wir suchen eine Schwester Luisa.“

„Die suche ich auch schon. Sie ist nach der Mittagspause nicht mehr erschienen und hat nun den Prüfungstermin versäumt. Hoffentlich hat sie einen triftigen Grund, um einen Nachprüfungstermin zu bekommen, ansonsten hat sie ein ganzes Jahr verloren.“

„Hat sie“, brachte ich mich ein, „sie braucht diese Prüfung nicht mehr zu schreiben, denn sie hat ihr Leben vor etwa einer Stunde verloren.“

Unser Gegenüber bekreuzigte sich.

„Um Himmels willen.“

Billi ließ ihr keine Zeit, um nachzudenken.

„Können wir uns ihr Zimmer im Schwesternwohnheim ansehen?“

„Warten Sie einen Moment.“

Sie telefonierte.

„Da muss ich Sie leider enttäuschen.“

„Sollen wir etwa mit einem Hausdurchsuchungsbefehl wiederkommen?“

„Nein, sie hatte eine eigene Wohnung. Eigentlich wohnte sie bei ihrer Mutter, doch diese ist vor einem Vierteljahr an Krebs verstorben.“

„Haben Sie die Frau näher gekannt?“

„Ja, sie war eine Kollegin von uns. Sie hat in der chirurgischen Abteilung gearbeitet. Schwester Maria war eine ruhige, zurückhaltende Frau. Ihre Vorfahren kamen vor langer Zeit aus dem Osten.“

„Haben Sie die Adresse von Schwester Luisa?“

Sie reichte Billi einen kleinen Zettel, dann waren wir draußen.

 

Als wir durch den Eingangsbereich gingen, hörte ich Stimmen, die mir bekannt vorkamen. Vier, mir sehr wohl bekannte, Kinder saßen auf einer Bank. Paulchen heulte und Maria war damit beschäftigt, ihn zu trösten.

„Kinder, was ist, fehlt Paulchen etwas?“

„Nein, Mama ist gestürzt, die Sanitäter haben sie mit dem Rettungswagen hierher gebracht und wir durften mitfahren. Mama ist noch da drin. Wir müssen hier auf sie warten.“

Paulchen hatte sich an mich gedrückt.

„Onkel Paul, Mama kaputt.“

„Sybille, du kannst schon vorgehen, ich muss mich um die Kleinen kümmern, ich melde mich über das Handy.“

 

Eine geschlagene Stunde saß ich mit den Kindern dort und sie erzählten mir, dass ihre Mama beim Gardinenaufhängen vom Stuhl gefallen war. Da ging die Tür auf und eine junge Ärztin kam zu uns.

„Sind Sie der Ehemann?“

„Nein, nur der Vermögensverwalter der Kinder.“

„Also, Kinder, eure Mutter muss einige Tage hier bleiben, wir haben sie zwischenzeitig schon auf die Station verlegt. Ihr könnt sie dort gleich besuchen.“

 

Lore sah bleich aus, in ihrem Bett. Es schien ihr nichts zu fehlen, denn sie maunzte sofort los: „Ich muss hier raus, muss mich um meine Kinder kümmern. Paul, mach schon mal.“

„Ganz ruhig, junge Frau. Ich habe es den Kindern und dem Mann da bereits gesagt. Sie müssen einige Tage hier liegen bleiben, um mögliche Folgen zu verhindern. Es besteht der Verdacht auf Beckenbruch. Näheres morgen, nach der CT-Untersuchung.“

„Was ist mit den Kindern?“

Maria meinte etwas kleinlaut: „Das schaffe ich schon.“ An die Kleinen gewandt: „Ihr seid doch brav?“

Ein verzagtes ´Ja´ war zu hören.

Ich mischte mich ein.

„Maria, ich werde dir helfen. Deine Mama muss sich keine Sorgen machen. Lore, sag uns, was du von zu Hause brauchst, dann sind wir gleich weg.“

 

Buch:

Preis: € 12,50

ISBN: 978-3-940627-03-2

 

E-Book:

Preis: € 9,00

ASIN: B019QS5SG2